Die Hallertau und der Hopfen

Besonders Ansprechendes liegt oft verborgen. Das tertiäre Hügelland der Hallertau oder Holledau mit seinen typischen Hopfengärten hat seine eigenen, versteckten Reize. Man findet sie in zahlreichen Marterln und Wegkreuzen genauso wie in einem netten Gespräch mit „Pflanzern" vor ihren Hopfengärten, aber auch im guten, wohl gehopften Bier. Spargelwochen im Frühjahr und Wildwochen im Herbst bringen Ihnen die kräftigen und zarten kulinarischen Genüsse ebenso näher wie das Kulturgut aus Vergangenheit und Gegenwart: Nur suchen muss man die Raritäten.

Abseits vom Massentourismus bietet diese Hügellandschaft etwas ganz Besonderes – eine stille Einmaligkeit. Sie sollten diese mit allen Sinnen genießen und die Jahreszeiten erleben in reicher, bäuerlicher Kultur und Tradition. Hier wächst der Hopfen, er prägt nicht nur sein Anbaugebiet, sondern auch die Menschen und das Bier, er verleiht dem Gerstensaft die „Seele" und genauso gehört die Seele des „Holledauer" dem Hopfen. Hier gilt der Spruch: „Wen der Hopfen kratzt, den lässt er nimmer los". Das Bier, dieses fünfte Element der Bayern, ist das einzige Lebensmittel ohne Zusatzstoffe – und dies gilt spätestens seit dem bayerischen Reinheitsgebot, der weltberühmten Brauordnung von 1516, die noch heute Gültigkeit besitzt – „Hopfen und Malz, Gott erhalt's".

Mit allen Sinnen genießen Sie die Jahreszeiten im Hopfengarten. Im Winter ragen die Hopfenstangen noch wie futuristische Kunstwerke aus der gefrorenen Erde und im Frühjahr erlebt der Betrachter eine Besonderheit: den „Kniefall vor dem Hopfen", wenn die rechts rankende Pflanze von Hand „angedreht" wird. Die Hopfensprossen (Hopfenspargel) gelten für Feinschmecker als Besonderheit, vergleichbar mit den italienischen Trüffeln. In kaum acht Wochen erklimmt dann der Hopfen die Höhe von sieben Meter. Im Sommer erleben Sie das „Anfliegen" (Blüte des Hopfens) und Ende August die Ernte. Der herbe Duft des Hopfens liegt über dem Land – Höhepunkt des Hopfenjahres. Am 15. August trifft sich alljährlich Jung und Alt zum „Hopfenzupfertag" im Prielhof des Klosters Scheyern – eines von zahlreichen Kultur- und Traditionsfesten in der Hallertau. Hier darf jeder selbst einmal ausprobieren, wie das „grüne Gold" früher von Hand geerntet wurde. Ermattet ruhen dann im Herbst die Hopfengärten in der hügeligen Landschaft der Hallertau, um auszurasten für das kommende Jahr.

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